Bericht des Vorstands - Rückblick

Liebe Mitglieder des Vereins Kulturwelt Marktoberdorf e.V. , liebe Mitvorstände,

Gegen den Kulturstrom kann man nicht schwimmen, doch man kann sich an Land retten.

Dieser Satz stammt von Johan August Strindberg, einem der wichtigsten schwedischen Schriftsteller. Er lebte von 1849 bis 1912. Die beiden Weltkriege blieben ihm erspart.

Wenn in Marktoberdorf das Kulturangebot größer ist als in vielen anderen vergleich baren Städten, dann wohl deshalb, weil hier mehr Menschen als anderswo bereit sind, sich für Kunst und Kultur zu interessieren und – zu engagieren.

Vereine wie die „Kulturwelt“ oder auch der „Kunstverein“ sind Indiz dafür, dass sich hier weniger als anderswo die Bürger an Land retten, wenn es ihnen nicht gelingt, dem Überangebot an Kultur, also dem Kulturstrom, zu entrinnen.

Was allerdings auch in Marktoberdorf zunehmend ein Problem ist – wohl eine Geschichte, die mit Gesellschaftspolitik und Zeitgeist zu tun hat – es ist immer schwieriger, Menschen zu finden, die ehrenamtliche Aufgaben verantwortlich übernehmen.

Meine Vorstandskollegen und ich haben schon vor Jahresfrist händeringend darum gebeten, dass uns doch das eine oder andere Mitglied unseres Vereins unterstützen möge. Wir haben in Bernd Jankowski dann dankenswerter Weise jemanden gefunden, der uns bei der Erstellung und Befüllung unserer Internetseite hilft, aber die Positionen von Beiräten im Vorstand sind noch immer unbesetzt.

Und die Situation ist nicht einfacher geworden: denn unsere vor Jahresfrist mit großer Freude gefundene und gewählte Schriftführern Angelika Penzholz hat uns „zwischen den Jahren“ völlig überraschend schriftlich mitgeteilt, dass sie aus familiären Gründen zum Ende des Kalenderjahres ihr Amt niederlegt.

So suchen wir also wieder. Auch wenn die Arbeit in einem kleinen Verein wie der „Kulturwelt“ durchaus überschaubar ist, ein nur noch dreiköpfiges Team kann – abgesehen davon, dass es gegen die Satzung verstößt – nur noch mit Müh‘ und Not verwalten aber keine neuen Projekte mehr anstoßen, keine Initiativen ergreifen. Wir benötigen also dringend und möglichst sofort, heute, eine neue Schriftführerin/einen Schriftführer und – die Bitte gilt weiter – Beiräte, die ihre Fachkenntnisse z. B. in Sachen EDV in den Vorstand einbringen.

Erfreulich ist, dass wir eine Kandidatin für das Amt der Schriftführerin gefunden haben. Ich komme später darauf zurück. Es steht ja eine offizielle Nachwahl an.

Zunächst will ich noch stichwortartig davon erzählen, was den Verein „Kulturwelt Marktoberdorf e.V.“ 2017 – Vereins- und Kalenderjahr stimmen ja weitgehend überein – umgetrieben hat.

Am 19. März und am 19. November waren wir wieder Veranstalter der beliebten Open-Stage-Konzertreihe „Lust auf Musik“. Hier ist meinem Stellvertreter Harald Rüschenbaum herzlich zu danken, der auf unnachahmlich Weise zusammenbringt, was nicht zwangsläufig zusammengehört und den Laden taktvoll im Griff hat.

Wir haben das „Hoffest“ unterstützt, weil hier ja das „mobilé“ die Federführung hat. Unserer Aufgabe als Förderer und Moderatoren im Kulturbetrieb der Stadt sind wir auch dadurch nachgekommen, dass wir unseren kleinen Beitrag zum Gelingen des Jazzcamps, der Allgäuer Filmkunstwoche und dem Internationalen Kammerchorwettbewerb Marktoberdorf geleistet haben.

Die „Kulturwelt“ hat auch die Verwirklichung des Projekts „Theatrino“ ermöglicht, wo Schauspielerinnen und Schauspieler aus dem „mobilé“ unter Regie von Monika Schubert pädagogisch wertvolle Jugendstücke mit Jugendlichen erarbeiten und auch in die Schulen gehen. Mit dabei waren 2017 z. B. Anna Hofbauer, Maxi Kinker, Lucy Golda oder Stefan Grasmann.

Was uns freut, als kleiner Verein mit begrenzten finanziellen Mitteln, dass wir immer wieder kleine und auch durchaus größere Spenden bekommen. Da sind für 2017 vor allem die Sparkasse Allgäu und die Firma AGCO-Fendt zu nennen. Die „Kulturwelt“ ist berechtigt, selbst Spendenquittungen auszustellen.

Unsere Schatzmeisterin Sonja Weber, hat uns aber auch auf der Internet-Plattform „better place“ angemeldet, die Spenden für Projekte oder Organisationen bündelt. Man gibt einfach seinen Ort ein und wählt die Institution aus, die man unterstützen will. - Die Spendenquittung kommt dann automatisch direkt von „better place“.

Die Kulturwelt will den Reichtum an Kunst und Kultur in unserer Stadt bewusstmachen. Als Verein kämpfen wir gegen die nicht auszurottende Unart, das Nest zu beschmutzen und unser Marktoberdorf kleiner und unbedeutender zu reden, als es ist. Es ist einfach falsche Bescheidenheit, wenn wir uns ständig schwächer machen, als wir sind. Ich kann es nicht oft genug betonen: Der Verein „Kulturwelt“ will Fäden knüpfen, Schaltkreise schließen, Verbindungen herstellen und das Kulturgeschehen mitgestalten. Wir wollen moderieren, vernetzen, anstoßen, unterstützen.

Johann Nestroy hat gesagt: „Kultur beginnt im Herzen eines jeden Einzelnen“.

Liebe Mitglieder der „Kulturwelt Marktoberdorf“, über Konkretes, Neues genau in diesem Sinn, darf ich Sie später in meinem Ausblick auf das Jahr 2018 informieren.

Ich schließe den Bericht des Vorstands über das abgelaufene Vereinsjahr und bitte meine Vorstandskollegin, Schatzmeisterin Sonja Weber, die übrigens – ein nicht unwichtiges Ereignis – im letzten Jahr Mutter geworden ist, um ihren Kassen- bzw. Finanzbericht.

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