Ausblick auf 2018 - Projekte



Liebe Mitglieder des Vereins Kulturwelt Marktoberdorf e.V., liebe Mitvorstände,

Dass ich den Vorstandsbericht für das Vereinsjahr 2017 und den Ausblick auf 2018 auseinandergehalten habe, hat seinen guten Grund. Nicht nur den, dass ich sehr glücklich darüber bin, dass nach der Wahl von Lucia Golda zur neuen Schriftführerin der Vorstand wieder komplett ist.

Preisgekrönte Filme, hochrangige Konzerte, ambitioniertes Theater. Kaum ein Tag, geschweige denn ein Wochenende, an dem mal wirklich „nichts los ist“ in unserem Marktoberdorf. Aber – für unseren Geschmack wird noch zu oft aneinander vorbei geplant und aneinander vorbei veranstaltet. Jeder Verein, jede Institution, werkelt für sich und ihre Mitglieder, aber es fehlt Austausch – von Terminen z. B., im Vorfeld, bei der Planung, und dann natürlich auch bei den jeweiligen Veranstaltungen.

Nun hat der Kunstverein einen neuen Vorsitzenden gefunden, Wilhelm Keitel. Der Kunstverein unterstützt und fordert das Künstlerhaus mit all seinen Ausstellungen und Veranstaltungen, so wie wir dem Marktoberdorfer Statt-Theater, der Kleinen Theaterschule mobilé den Rücken stärken…

Obwohl der Kunstverein und die Kulturwelt ähnliche Ziele haben und es vielleicht sogar eine Schnittmenge der Mitglieder gibt, wissen wir wenig voneinander und – was wirklich bedauerlich ist – wir stimmen uns nicht ab, wir informieren uns nicht gegenseitig, wir laden uns nicht gegenseitig ein. Bisher!

Das soll sich 2018 ändern. Ich habe mich mehrfach mit Wilhelm Keitel getroffen, ein international erfahrener Musikproduzent, wir haben beide an einem Gespräch mit Bürgermeister Wolfgang Hell teilgenommen und wir sind zu der Überzeugung gelangt, dass es im Sinne unserer Vereine, unserer Vereinszwecke und – vor allem – im Sinne des Kulturlebens in unserer Stadt ist, wenn wir uns vernetzen.

Ein Anfang ist gemacht: zum letzten Konzert in der Reihe „Lust auf Musik“ war der Kunstverein offiziell eingeladen. Und wir planen für das Frühjahr 2018 eine erste gemeinsame Veranstaltung. Wir planen eine Doppelveranstaltung zum Thema „Giovanni Segantini“. Der weltberühmte Alpenmaler aus Arco am Gardasee, der im Engadin gestorben ist, interessiert sowohl unsere Mitglieder als auch die Mitglieder des Kunstvereins, dessen Schwerpunkt ja die bildende Kunst ist.

Wir wollen (am 20./21. April 2018) in der „filmburg“ zwei Abende gestalten, zu denen wir auch die Enkelin von Giovanni Segantini, Gioconda Leykauf Segantini, die Natur-pafümeurin Beate M. Magel aus Oy-Mittelberg, die das Parfüm „Luce die Segantini“ kreiert hat, und Asta Scheib, die Autorin des biografischen Romans „Das Schönste was ich sah“ einladen. Am Freitagabend werde ich einen Bildervortrag zum Thema „Über den Bergen der Himmel – Giovanni Segantinis Suche nach dem Licht“ halten und Kulturwanderungen im Engadin auf den Spuren des Malers vorstellen, zwischen Maloja und St. Moritz. Und am Samstagabend zeigt Monika Schubert dann den wertvollen, preisgekrönten, spannenden Kinofilm „Segantini - Magie des Lichts“.

Im Vorfeld dieses ersten sichtbaren Zeichens unserer Zusammenarbeit werden wir Ende März Journalisten aus der Region zu einer Medien- und Pressekonferenz ins „mobilé“ einladen. Wilhelm Keitel und ich werden unsere Vereine und Vereinszwecke vorstellen, über den Grund für die Vernetzung reden und das erste gemeinsame Projekt „Giovanni Segantini“ bewerben und vorstellen.

Es ist konkret geplant, dass der „Kunstverein“ und die „Kulturwelt“ sich gegenseitig über Projekte und Veranstaltungen informieren und einladen. Abstimmung ist nötig, damit wir uns nicht gegenseitig Besucher wegnehmen. Wilhelm Keitel und ich sind uns darin einig, dass es sinnvoll ist, im Sinne der Kulturstadt Marktoberdorf derartige Verflechtungen voranzutreiben.

Ich hoffe sehr, dass Sie uns als Mitglieder bei diesem Unterfangen unterstützen. Und ich bitte Sie ausdrücklich, Einladungen des „Kunstvereins“ – ob sie nun per Post kommen oder per Mail – künftig genauso ernst zu nehmen wie unsere eigenen.

Wir werden 2018 wieder zu „Lust auf Musik“ einladen. Um den nächsten Termin kümmert sich der Initiator und Macher, „Klangland“-Chef Harald Rüschenbaum.

Weitere Aktivitäts-Schwerpunkte sind „Sprachlabor“ und „Theatrino“. Bei ersterem arbeiten Theaterspieler aus dem „mobilé“ mit jungen Flüchtlingen bzw. Asylbewerbern zusammen, bei letzterem geht es wieder - wie schon 2017 - um Schul-Theater-Pädagogik im weitesten Sinn.

Selbstverständlich und sehr gerne beteiligt sich die „Kulturwelt“ auch heuer wieder mit einem kleinen Förderbetrag an der Durchführung des überregional bedeutsamen Festivals für religionsübergreifende, geistliche Musik: „Musica Sacra“.

Liebe „Kulturweltler“, mit dem Hinweis auf die „Veranstaltungs-App“ der Stadt Marktoberdorf, die man kostenlos downloaden kann, und unsere Homepage www.kulturwelt-marktoberdorf.de darf ich zum Ende kommen.

Ich habe mit Johan Augst Strindberg, dem alten Schweden, begonnen und ich will mit einem weiteren Zitat von ihm enden, weil’s grad so gut passt, auf unsere aktuelle Situation, auf unsere Ziele und auf unsere neuen Pläne hinsichtlich Kooperation:

Die ganze Kultur ist eine große, endlose Zusammenarbeit.

Was braucht die Welt mehr als Kultur?! Marktoberdorf hat zumindest seine „Kulturwelt“. Ein kleiner, sympathischer Verein, ein kleiner Beitrag. Unser Beitrag. 

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